Gepflanzte Erinnerungen ernten!

30.3.2017:

Das im September 2016 mit zwei Hausgemeinschaften in Betrieb genommene „Haus Elisabeth“ verfügt über einen großzügigen, geschützten Gartenbereich.

Das Arbeiten im Garten als eine Maßnahme, die den geistigen Verfall Demenzkranker verlangsamen und ihnen Orientierung bieten kann, ist Teil des Konzeptes in den Hausgemeinschaften.

In der Geschichte der Menschheit spielen Natur und der Garten eine wichtige Rolle für die Erholung, Genesung und die Entfaltung der Persönlichkeit. Seit vielen Hunderten von Jahren wird dieses Wissen eingesetzt, um Krankheiten vorzubeugen und zu behandeln. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Aufenthalt in der Natur und der Umgang mit Pflanzen zum psychischen und physischen Wohlbefinden auch Demenzkranker erheblich beitragen kann.

Schwerpunkt der Demenzbetreuung ist die Sinneswahrnehmung. Die Gartenarbeit lässt den eigenen Körper wieder spüren. Sonnenschein auf der Haut, Vogelgezwitscher, das Riechen und Fühlen von frischer Erde, das Miterleben von Werden und Vergehen und der Ablauf der Jahreszeiten kann sinngebend und erfüllend sein.

Zu diesem Zweck fertigte das Ausbildungszentrum „Helenenberg DonBosco“ ein großes Hochbeet aus Cortenstahl an. Ein Hochbeet hat den Vorteil, dass die zu bearbeitende Fläche auf Arbeitshöhe gebracht wird. Beschwerliches Bücken entfällt. Auch können mehrere Bewohner gleichzeitig am Säen, Pflanzen, Jäten, Ernten und Zuschauen partizipieren. Hierbei ist es einfacher Rollstuhlfahrer einzubeziehen.

So wurde das Hochbeet durch das Team der sozialen Betreuung an einem schönen, warmen Frühlingstag, zusammen mit unseren Bewohnern, in Betrieb genommen. Im Vorfeld planten wir gemeinsam in einer gemütlichen Runde, was jetzt alles zu dieser Jahreszeit im Hochbeet gesät und gepflanzt werden könnte.

Ausgerüstet mit Sämereien, Zwiebelstecklingen und Setzlingen wie Petersilie, Lauch, Sellerie, Erdbeeren etc. konnte das Hochbeet reichlich bestückt werden. Unsere Bewohner nahmen mit einer selbstverständlichen Routine die Pflänzchen aus den Töpfen, machten Pflanzlöcher, setzten die Pflänzchen hinein, gossen sie an und formten die Erde rundherum. Ebenso tatkräftig wurde der Boden aufgelockert und Furchrillen gezogen, damit die Sämereien, wie z.B. Möhren, eingebracht werden konnten.

Nach getaner Arbeit waren alle zufrieden und so ganz nebenbei sind Grob- und Feinmotorik, Standfestigkeit, Gleichgewicht, Kreativität, Fähigkeit zum gemeinsamen Planen und Handeln und vieles mehr gefestigt und trainiert worden. Der Spaß und die Lebensfreude beim Arbeiten an der frischen Luft und in lustiger Runde waren gratis.

In den darauffolgenden Wochen war bei vielen Gartenspaziergängen Entdecken und Staunen angesagt, denn alle waren gespannt, wie sich das Pflanzenwachstum auf dem Hochbeet entwickeln wird.

zurück