Brandschutz kennt keinen Bestandsschutz!

21.4.2021 

In der Vergangenheit ist es in Pflegeeinrichtungen immer wieder zu großen Brandereignissen gekommen. Erfreulicherweise ist das heute nur noch selten der Fall und das liegt insbesondere an der brandschutztechnischen Ausstattung der Häuser. Dazu beigetragen hat, dass sich Betreiber von Pflegeeinrichtungen beim Brandschutz nicht auf den sogenannten Bestandsschutz berufen können, wenn Maßnahmen zur Gefahrenabwehr oder zur Verbesserung der Brandschutzsicherheit von Brandschutzexperten aufgezeigt werden.

Für die Franziskanerinnen vom hl. Josef hat ein optimaler Brandschutz selbstverständlich hohen Wert, allerdings wird bei der Umsetzung nach Lösungen gesucht, die die Beibehaltung von gewohntem, bewährtem Lebens ermöglichen. Das St. Vinzenz-Haus ist 2004 in Betrieb genommen worden und hat eine gute brandschutztechnische Ausstattung. Dennoch wurden bei der letzten Gefahrenverhütungsschau einige Verbesserungsvorschläge unterbreitet.

Im Gegensatz zur Abnahme der Baumaßnahme im Jahre 2004 wurden die Teeküchen sowie die an den Wänden befestigten Fernseher im Bereich der Aufenthaltsbereiche bemängelt. Die „Einhausung“ von Fernsehern und eine Abtrennung der Teeküchen mittels Trockenbauwänden hätte Abhilfe schaffen können, aber das gewohnte Leben der sich hier täglich aufhaltenden Bewohnerinnen und Bewohner und der dort arbeitenden Mitarbeiter wäre erheblich beeinträchtigt worden.

Die beauftragten Fachexperten haben unsere Sorge aufgegriffen und stattdessen eine Unterteilung der Wohnbereiche in weitere Brandabschnitte geplant. Demgemäß wurden in den Fluren T30-Türen mit Feststellanlagen eingebaut, die ständig geöffnet sind und nur im Notfall automatisch schließen. Auf diese Weise konnten die Teeküchen erfreulicherweise in ihrer offenen Bauweise erhalten bleiben und auch die Fernseher durften zur Freude unserer Bewohner an Ort und Stelle verbleiben.

Wir danken dem Brandschutzsachverständigen Patrick Wahlen (Ingenieurpartnerschaft Gorges|Wahlen, Reinsfeld) für die Erstellung des Brandschutzkonzeptes und Architekt Helmut Weyer (SWA Architekten, Schweich) für die Umsetzung der Baumaßnahmen in schwieriger Zeit während der Corona-Pandemie und freuen uns, dass der bereits zuvor hohe Brandschutz weiter verbessert werden konnte.

Einbau einer Brandschutztür.

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