„Unkeler Zeitgeschichte“ - Indische CMC-Schwestern feiern in Begleitung ihrer Generaloberin die Gründung einer Niederlassung in Unkel

27.10.2019  

Während an vielen Orten Ordensgemeinschaften ihren Dienst wegen Nachwuchsmangels aufgeben müssen, gründen indische Karmelitinnen eine Niederlassung in Unkel. Oberin Sr. Reesa und ihre Mitschwestern Divja, Josia und Santi, die bereits seit dem 1. September im Christinenstift mitarbeiten, freuten sich am 27. Oktober auf das Fest der Niederlassungsgründung.

Am frühen Sonntagmorgen waren mehrere Schwesterngruppen der indischen Ordensgemeinschaft „Congregation of the Mother of Carmel“ (CMC) aus der gesamten Bundesrepublik an ihrem nunmehr 19. deutschen Standort im Unkeler Christinenstift angekommen. Bereits am Vortag waren ihre Generaloberin Mother Sibi und die für die deutschen Niederlassungen zuständige Regionaloberin Sr. Rosin angereist und hatten gemeinsam mit den Unkeler Schwestern Vorbereitungen für den Festtag getroffen.

CMC-Schwestern mit den Zelebranten des Festhochamtes sowie Geschäftsführerin Birgit Keuler und Einrichtungsleiter Carsten Tappel.

Mit einem feierlichen Einzug in die Pfarrkirche St. Pantaleon begann um 11:00 Uhr das Hochamt anlässlich der Gründung des Konvents „Infant Jesus“.

Gemeinsam mit dem Leiter der indischen Gemeinde in der Erzdiözese Köln, Pater Ignatius Chalissery CMI, dem Dekan des Erzbischöflichen Dekanats Fürth, André Hermany, Monsignore Franz Lurz und Diakon Alexander Frey zelebrierte Michael Ottersbach, leitender Pfarrer im Sendungsbereich Bad Honnef/Unkel die Festmesse.

Pfarrer Ottersbach zeigte sich bei der Begrüßung beeindruckt von den mehr als 50 Karmelitinnen, die das Mittelschiff der Kirche gefüllt hatten: „Ihr zahlreiches Erscheinen zeigt, dass hinter den 4 Schwestern, die hier in Unkel seit einigen Wochen wohnen, eine große Gemeinschaft steht“.

In der von Sr. Divya vorgetragenen 1. Lesung zum 30. Sonntag im Jahreskreis aus dem Buch Jesus Sirach heißt es treffend zum aufopferungsvollen Dienst von Ordensschwestern, dass es auf die aufrichtige Hinwendung des Menschen zu Gott ankommt und auf die Bereitschaft, dem Mitmenschen zu helfen, wenn er in Not ist.

Sr. Santi bei der 2. Lesung aus dem zweiten Brief des Apostel Paulus an Timotheus.

Pfarrer Ottersbach berichtete in der Predigt von der Segnung der neuen Kapelle am 2. Oktober im Dachgeschoss vom Christinenstift und er schwärmte vom dortigen Ausblick: „Es ist ein wunderschöner Blick, den man von der jetzt höchsten Kapelle in Unkel hat.“

Eine steile Treppe führt hinauf zur Kapelle. Der Pfarrer meinte, dass dies symbolisch gut zum Berg Carmel, dem Berg der Gottesbegegnung, passe. Denn auch hier bedürfe es einiger Anstrengung, um hoch in die Kapelle zu gehen, wo die Schwestern mehrmals täglich beten und besonders die Anliegen der Menschen im Christinenstift dem Herrn vortragen.

In einer feierlichen Prozession wurden von Schwestern und Mitarbeitern Gaben zum Altar gebracht.

Dazu gehörte auch als Symbol für die Aufnahme des Ordens in die Gemeindemitte, die von Generaloberin Mother Sibi getragene Ordensregel.

Vor dem Schlusssegen dankte Regionaloberin Sr. Rosin den Zelebranten und Wegbereitern. Sie berichtete über die Entstehungsgeschichte der Niederlassungsgründungen in Speicher und Unkel, die auch auf besonderen Wunsch vom Kölner Erzbischof und durch Vermittlung des für die Orden zuständigen Weihbischofs Dr. Dominikus Schwaderlapp geschehen ist. Und sie dankte für die liebevolle Einrichtung des neuen Konventes und der Hauskapelle im Christinenstift sowie für den herzlichen und großen Empfang am Bahnhof in Unkel am 28. August.

Vor und nach der Rede ihrer Regionaloberin sang ein CMC-Schwesternchor Kirchenlieder in der Muttersprache Malayalam.

Auszug der Zelebranten und Messdiener nach dem festlich gestalteten Hochamt.

Nach dem feierlichen Einführungsgottesdienst fand ein Empfang im Foyer zum Sitzungsraum der Verbandsgemeinde Unkel statt.

Die Geschäftsführerin der Franziskanerinnen vom hl. Josef Seniorenhilfe GmbH, Birgit Keuler, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Sie berichtete über ein mittlerweile 37 Jahre dauerndes Wirken der Franziskanerinnen vom hl. Josef im Christinenstift. In dieser Zeit sei das historische Gebäude aufwendig saniert und erweitert worden. Dass das Christinenstift im weiten Umfeld einen guten Ruf hat, sei dem besonderen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besonders den Werten, die die Ordensschwestern jahrzehntelang am Standort vorgelebt haben, zu verdanken. Birgit Keuler nannte als ein besonderes Ziel der Trägerschaft, mit ihren Senioreneinrichtungen Vorbild für eine gute Pflege und Betreuung von Senioren zu sein. Dazu werde qualifiziertes und motiviertes Personal benötigt. In der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt sei es aber mittlerweile auch für gut geführte Pflegeeinrichtungen sehr schwierig, freiwerdende Stellen wieder zu besetzen. Von daher werde heute zu Recht von einer Personalnot in der Pflege gesprochen. Die dadurch bedingten Vertretungsdienste führten zwangsläufig zu sehr bedauerlichen Mehrbelastungen für das Personal.
„Auf diesem Erfahrungshintergrund ist es geradezu ein Glücksfall, dass seit dem 1. September vier indische Ordensschwestern, davon drei anerkannte Pflegefachkräfte, im Altenheim Christinenstift mitarbeiten“, freute sich die Geschäftsführerin.

Birgit Keuler dankte den Schwestern für die Gründung der Niederlassung in Unkel und beschrieb die damit verbundenen Wirkungen: „Mit Ihnen bekommt die Betreuung und Pflege im Altenheim Christinenstift eine besondere Qualität und ein Alleinstellungsmerkmal im weiten Umkreis“. Und im Übrigen erfülle das Haus mit dem Einsatz der Schwestern die Voraussetzungen des neuen Pflegepersonalstärkungsgesetzes, sodass nun eine zusätzliche Stelle für Behandlungspflege beansprucht werden könne. Von daher sei der Einsatz der Schwestern für Bewohner und Mitarbeiter in gewisser Weise ein doppelter Segen.

Stadtbürgermeister Gerhard Hausen sagte in seinem Grußwort „Wir sind dankbar, froh und glücklich Sie hier in Unkel begrüßen zu dürfen“. Er stellte den Schwestern die Stadt Unkel und die Umgebung mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen vor und meinte: „Denn auch Sie, liebe Schwestern, brauchen einmal Erholung und Entspannung um Ihre Kräfte neu zu sammeln!“

Schließlich wandte sich Generaloberin Mother Sibi mit einer begeisternden Rede in englischer Sprache an die Festgemeinschaft. Sie berichtete über die 1866 im indischen Bundesstaat Kerala gegründete und mit derzeit fast 6.400 Schwestern weltweit wirkende Ordensgemeinschaft „Congregation of the Mother of Carmel“. Die Generaloberin freute sich, dass nun in Unkel der 19. Konvent in der Bundesrepublik Deutschland gegründet sei und sie erinnerte sich an die Begegnung mit Kardinal Wölki im vergangenen Jahr in Kerala. Der Bonner General-Anzeiger schreibt dazu in seiner Ausgabe vom 30.10.19: „Dass die Karmelitinnen sich auch in Unkel niedergelassen haben, hat die Stadt Rainer Maria Kardinal Wölki zu verdanken. „Als ihr Erzbischof uns 2018 in Indien besucht hat, hat er gefragt, warum wir nicht auch in seinem Bistum aktiv wären“, berichtete Schwester Sibi. „Weil Sie uns noch nicht dazu eingeladen haben, habe ich ihm damals erklärt.“ Nur eine Woche später habe sie dann die Einladung in Kerala erhalten. „So sind wir jetzt hier. Und: It is marvelous!“, schwärmte die Generaloberin vom Christinenstift und der Kulturstadt, in der ihre Mitschwestern herzlich aufgenommen worden seien.“


Wir danken allen Schwestern und Mitarbeitern, die bei der aufwändigen Vorbereitung und vorbildlichen Durchführung des vollends gelungenen Festtages mitgewirkt haben. Oberin Sr. Reesa und ihren Mitschwestern wünschen wir viel Freude und Kraft beim wertvollen Dienst im Altenheim Christinenstift und in der Gemeinde.

 

 

Weitere Impressionen vom Festtag:

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