Betreutes Wohnen im St. Vinzenz-Haus und gelebtes Miteinander

Ihr eigenes Haus, in dem sie lange gelebt haben, ist ihnen zu groß geworden. Dennoch wollen sie, so lange es geht, selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben.

Die Beweggründe, sich für ein Appartement in einer betreuten Wohneinrichtung zu interessieren sind vielfältig und unterschiedlich. Bedeutsam für die Entscheidung zum Wohnen im St. Vinzenz-Haus war für unsere Mieter einheitlich die Anbindung an die Pflegeeinrichtung. Sollte einmal eine pflegerische Versorgung notwendig werden, ist es bis zum Pflegeheim nur ein kurzer Weg. Mieter des Betreuten Wohnens im St. Vinzenz-Haus haben buchstäblich den Fuß in der Tür zur pflegerischen Versorgung und zwar genau dann, wenn es nötig wird.

Soweit sind Katharina Peters, Josef Jüngels, Thea Litzenburger und die anderen Mieter des Betreuten Wohnens noch nicht.

Sie leben selbstständig in ihrem Appartement und nehmen am öffentlichen Leben aktiv teil. Ehrenamtliches Engagement für die Belange der pflegebedürftigen Bewohner des Hauses ist für sie wichtig und selbstverständlich.

Josef Jüngels, gelernter Metzger, Tätigkeiten als Busfahrer und Postbediensteter, lebt seit Anfang 2015 bei uns in Körperich. Interessiert nimmt er an nahezu allen Betreuungsangeboten teil. Schnell hat er erkannt, wie hilfreich es ist, sich am Hol- und Bringdienst zu beteiligen. So ist er gerne bereit, beim Transfer der Bewohnerinnen und Bewohner im Rollstuhl zu helfen. Tatkräftig unterstützt er die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der Begleitung der Rollstuhlfahrer zur Kapelle und zu den Veranstaltungen im Saal.

Katharina Peters kam aus Neuerburg zu uns. Nachdem sie die letzten Jahre allein in ihrem Haus verbracht hatte, suchte sie in Körperich die sichere Umgebung einer Senioreneinrichtung. Da auch sie noch sehr rüstig ist, nimmt sie an allen Veranstaltungen des Hauses teil. Als im Herbst letzten Jahres die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ragnhild Doelle ihre Vorleserunde aufgab, zögerte Katharina Peters nicht lange und übernahm von ihr diese wöchentliche Veranstaltung. Interessierte Bewohnerinnen und Bewohner sitzen nun Montagmorgens beisammen, um den von ihr vorgetragenen Geschichten zu lauschen.

Viele Körpericher Frauen haben von Thea Litzenburger das Handarbeiten gelernt. Jahrelang hat sie die Mädchen in der Schule im Umgang mit Strick-, Näh- und Häkelnadeln unterwiesen. Auch als sie schon pensioniert war, hat sie sich mit ihrer Handarbeits- und Bastelgruppe im St. Vinzenz-Haus getroffen, um in gemütlicher Runde ihrem Hobby nachzugehen. Als ihr Mann im Herbst 2015 verstarb, wohnte sie bereits im Betreuten Wohnen. Ihre handwerklichen Aktivitäten hat Thea Litzenburger nie eingeschränkt. Immer ist sie mit kreativen Tätigkeiten beschäftigt. In der Vorweihnachtszeit hat sie zahlreiche Engel aus nicht mehr benötigten Gebetbüchern gefaltet und in der Fastenzeit mit ansprechenden Osterdekorationen den Bewohnerbasar bereichert. Wie Josef Jüngels ist auch Thea Litzenburger sehr engagiert, wenn es darum geht, Bewohner im Rollstuhl in die Kapelle zu begleiten.

Das ehrenamtliche Engagement der Mieter aus dem Betreuten Wohnen beweist eine gelungene Integration in das Leben der Einrichtung. Es wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Pflegebereiche sehr geschätzt.

Vorleserunde mit Katharina Peters

Josef Jüngels hinten, v. l. Bewohnerinnen Marga Schmalen, Anna Elsen, Susanna Banz

Thea Litzenburger

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